NEIN, der Züchter ist nicht automatisch an allem schuld.
Dieser Satz spiegelt jedoch einen echten Frust in der Hundewelt wider.
Wenn ein Hund krank wird oder Verhaltensprobleme zeigt, suchen Besitzer, Tierärzte und Trainer oft die Schuld in der Genetik oder der frühen Aufzucht.
Die Realität ist jedoch vielschichtiger, da die Entwicklung eines Tieres von vielen Faktoren beeinflusst wird.
Die zwei Seiten der Leine:
Wer formt den Hund?
Als Züchter legen wir das Fundament. Wir wählen unsere Elterntiere nach bestem Wissen und Gewissen aus, investieren in umfangreiche Gesundheitstests und stecken monatelang unser ganzes Herzblut in die Prägung und Sozialisierung der Welpen. Doch mit dem Tag der Übergabe wechselt die Verantwortung die Straßenseite.
Ein Hund ist kein fertiges Produkt aus einer Fabrik, sondern ein Lebewesen, dessen Entwicklung ein sensibles Zusammenspiel aus Genetik und Umwelt ist.
Der „All-inclusive“-Mythos
(Oder: Warum Hunde nicht perfekt vom Band laufen)
Gerade bei so beliebten, freundlichen und intelligenten Rassen wie dem Golden Retriever oder dem Golden Aussie herrscht oft der Glaube, die Welpen brächten eine eingebaute Erziehungsgarantie mit. Wenn dann im Alltag Probleme auftreten, heißt es schnell: „Das liegt bestimmt am Züchter!“
Der Junghund hütet die Kinder, jagdt Katzen und Hasen oder zwickt in die Hacken? Sicher schlecht sozialisiert (oder vielleicht doch das ungelenkte Aussie-Erbe?)
Der Hund zieht wie ein Schlittenhund an der Leine? Der Züchter hat wohl die Leinenführigkeit vergessen.
Die Couch ist zerkaut? Bestimmt ein genetischer Charakterfehler.
Wuffi pinkelt in die Wohnung und meldet sich nicht rechtzeitig. Klar, der Züchter hätte das ihm schon zeigen müssen, dass das unmöglich ist.
Der Hund frisst den Postboden oder würde es tun. Das kommt sicherlich von den bösen Eltern und wurde vererbt mit den Genen.
Spaß beiseite: Ein toller Begleiter wird ein Hund nicht durch den Stammbaum allein, sondern durch die Geduld, Zeit und Konsequenz seiner neuen Familie. Wir können die Erziehung im neuen Zuhause leider nicht per Fernsteuerung übernehmen.
Genetik vs. Umwelt: Das erste Lebensjahr entscheidet!
Die Wissenschaft zeigt deutlich, dass das Verhalten und viele gesundheitliche Aspekte zu einem enorm großen Teil durch Umweltfaktoren geprägt werden.
Die körperliche Gesundheit: Golden Retriever und deren Hybriden wachsen schnell. Wer seinen Welpen zu früh überlastet (zu lange Spaziergänge, wildes Ballspielen, permanentes Treppensteigen) oder falsch ernährt, riskiert Gelenkprobleme wie HD oder ED. Das ist dann kein Zuchtfehler, sondern ein Aufzuchtfehler. Unsere Tiere haben ausschließlich eine A Hüfte - nicht B und nicht C - und das über Generationen - im Ahnenpass dokumentiert.
Die mentale Gesundheit: Ein Golden Aussie bringt durch den Australian Shepherd-Anteil oft einen ausgeprägten Arbeitswillen und eine hohe Reizempfänglichkeit mit. Wird hier in den ersten Monaten kein Fokus auf Ruhe, Frustrationstoleranz und klare Grenzen gelegt, erzieht man sich schnell einen hyperaktiven Kontrollfreak.
Zucht ist Teamarbeit
Wir mischen die genetischen Karten so optimal wie möglich – wie das Spiel gespielt wird, entscheiden Sie. Sie dürfen sich jederzeit bei uns melden wenn Fragen auftauchen oder es Probleme gibt. Die tägliche Arbeit, das Setzen von Grenzen und die liebevolle, konsequente Führung können wir Ihnen jedoch nicht abnehmen.
Unsere Welpen sind Rohdiamanten.
Den Schliff geben SIE ihnen.
DANKE für die gute Zusammenarbeit!
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